Schwangerschaftsgymnastik | Sport in der Schwangerschaft

Schwangerschaftsgymnastik | Sport in der Schwangerschaft

oder: von Schwangerschaftsgymnastik, Dos and Don’ts in der Schwangerschaft und ominösen Reisen zum Baby

Ich habe eine Freundin, die ist 2 Wochen weiter als ich. Davon wusste ich bis vor kurzem nichts, denn die junge Dame hat jetzt ein Bäuchlein, das hatte ich wohl grad mal vor der Schwangerschaft. Meines ist ziemlich schnell „vorgewachsen“ und entsprechend schnell hat das bei mir zu einem etwas gestörtem Körpergefühl beigetragen… hab ich doch kurz zuvor erst so schön abgenommen und plötzlich passten die Hosen nicht mehr und Baucheinziehen hat auch nicht mehr geklappt (das war vl. ein witziges Gefühl!). Nachdem ich gerade am Anfang eben auch viel zugenommen hab (und nach wie vor hoffe, die Oberschenkelbabies wären nur Wasser), hatte ich natürlich ein bisserl Schiss in Sachen „Wo soll das noch hinführen???“.

Es musste ganz klar etwas passieren und ich musste sichergehen, dass ich mich in der Schwangerschaft auch etwas bewege. Ich muss ja zugeben, auch unschwanger war es bei mir mit Bewegung nicht so weit her. Bei Vollzeitjob, 3h täglicher Pendlerei und Haushalt ist da nicht viel Zeit und Lust dafür über geblieben, so unter der Woche… na und in ein Fitnessstudio kriegen mich auch keine 10 Pferde. Wenn das Wetter gepasst hat, und wir Lust hatten, bin ich mit dem Hasen eben Fahrradfahren oder Spazieren gegangen und daheim hab ich dank Wii und DVDs immer wieder Yoga und Pilates in Eigenregie gemacht. Das war’s eigentlich. Nun hörst du aber in der Schwangerschaft dann ja gleich mal, du darfst das nicht und das nicht und das nicht. Heben, Strecken, Drehen, Dehnen… überall musst du aufpassen. Dann lieber unter Anleitung!

Phase 1: Schwangerschaftsgymnastik  – schweißtreibend und belebend.

Der Klassiker ist natürlich Schwangerschaftsyoga. Ein entsprechender Kurs in meiner Gegend hätte allerdings erst im Oktober begonnen und ich wollte möglichst bald was tun. Über das Eltern-Kind-Zentrum habe ich dann den „MamaWorkout mit Babybauch“ Kurs von Maria Neuhold entdeckt und mich gleich mal angemeldet… Gestartet hat die Schwangerschaftsgymnastik dann als ich in SSW 16 war… und der Kurs war toll!

schwangerschaftsgymnastik maria neuhold
© MamaWorkout – Maria Neuhold

Einer der Gründe, warum ich den Kurs so toll fand, war aber auch einfach Zufall… als ich das Training gebucht habe, war noch nicht klar, wann mein letzter Arbeitstag sein würde und ich habe mich daher für den DI Abend Kurs entschieden, den ich nach der Arbeit besuchen würde können. Nun…das war nicht nötig :) eine Woche vor Kursbeginn war mein letzter Arbeitstag. Außer mir hatte aber wohl nur eine andere Schwangere diesen Termin favorisiert und ich bin heute noch dankbar, dass a) Sabrina einverstanden war, den Kurs nur zu zweit mit Trainerin fortzuführen und b) Maria überhaupt einen Kurs für nur 2 Teilnehmer durchgezogen hat… denn die Mitzia steht nicht nur nicht auf Fitnessstudios, sondern auch nicht auf Gruppenrumgehampel… und auch nicht auf gehäuftes Auftreten von dicken Bäuchen (vl. daher auch meine Abneigung gegen diesen furchtbaren Querstreifen-Trend in der Umstandsmode?). Echt… mir reicht meiner, wenn’s denn sein muss.

So trafen wir uns also jeden Dienstag Abend zur Schwangerschaftsgymnastik zu Dritt… und: pfau… hab ich geschwitzt und: pfau… hab ich was gelernt!

Begonnen haben wir jede Stunde mit einem kurzen Sit-In in dem uns Maria immer wieder andere Dinge, die Schwangerschaft, die körperlichen Begleiterscheinungen und die Zeit nach der Geburt betreffend, nahegebracht hat und dann ging’s auch schon ans Aufwärmen. Hell Yeah, das war nix für Weicheier, denn da wurde ein ordentliches Tempo vorgelegt und ich kam ziemlich bald mal ins schwitzen. Die Übungen selbst, die auf Pilates basieren, waren auch nicht ohne und ich muss zugeben, einige hätte ich mich alleine, ohne Anleitung oder dem Wissen welches ich in den Sit-Ins erworben habe, vermutlich nicht getraut. Neben der regelmäßigen Bewegung die ich durch den Kurs hatte, war einer der größten Pluspunkte auch das, dass ich selbst etwas entspannter und weniger beeinflussbar wurde. Dadurch, dass ich im Kurs gemerkt habe, dass mit meinem „dicken“ (wenn ich damals geahnt hätte, wie dick der bald werden würde) doch sehr viele Übungen machen kann und durch unsere Wissens-Sit-Ins, konnte ich allmählich ein bisschen Vertrauen zu dem mir plötzlich fast unbekannten Körper fassen.

Gelernt habe ich so viel und es hat sich wieder bewährt, was ich sonst immer so gerne sage: „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“ Zum Beispiel, „Du sollst nicht schwer heben!“… Immer hab ich mich gefragt, wie macht das dann eigentlich eine alleinerziehende Mutter mit Kleinkind, das womöglich die ganze Zeit „RAUF!“ will? Nein, du bringst dein Kind nicht um, wenn du mal hebst, du machst dir nur die Rückbildung schwerer UND die Verletzungsgefahr bei Schwangeren ist aufgrund des ausgeschütteten Relaxins auch erhöht. Relaxin macht die Sehnen, Bänder und Muskeln weicher und geschmeidiger um die Geburt zu erleichtern (haha)… dadurch kriegt man aber als Schwangere schwerer mit, wenn man sich mal „überhebt“ oder etwas zerrt. (Passiert mir immer wieder, da ich auch noch alleine und nicht wenig einkaufen gehe und zu faul und atemlos für doppeltes Stiegensteigen bin). Wenn die Schwangerschaft dannn weiter fortgeschritten ist, kann zu schweres Heben (über etwa 5kg) auch zu frühzeitigen Wehen führen… Irgendwann werd ich also wohl den Mann einkaufen schicken :D

Mir hat sogar eine Freundin, die selbst erst Mutter geworden ist, erzählt, dass ihre Frauenärztin ihr gesagt hat, sie soll sich nicht strecken, weil sich dabei die Nabelschnur um den Hals des Babies wickeln könnte!!! Da ist mir der A* gegangen. Ohne Strecken komm ich morgens nicht aus dem Bett! Achtung, das ist ein MYTHOS der sich wohl noch die nächsten hundert Jahre halten wird!! Auch meine Hebamme musste darüber schmunzeln… Leider wird unter den Schwangeren, hab ich zumindest im Gefühl, vorzugsweise Angst und Schrecken verbreitet. So weiß ich zum Beispiel, dass Ulli für ihr Rezept für mein Event „Gutes für Zwei“ ein besorgtes Email erhalten hat, weil sie in ihrem Rezept auch Petersilie verwendet und diese zu einer Frühgeburt führen kann. Es wäre verantwortungslos das Schwangeren schmackhaft zu machen. Sorry, aber „die Dosis macht das Gift“ und wer da gleich so einen Aufstand macht, der sollte sich vielleicht eh ned fortpflanzen (Pfui! Wie kann ich sowas bloß sagen! Ist aber nun mal passiert… und meine Meinung. Transparent wie immer.) Zimt stimuliert übrigens in großen Mengen die Gebärmutter … ich werde aber deswegen, gerade im Winter, auch nicht darauf verzichten. Bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Ich lass mir auch meine morgendliche Tasse Kaffee nicht verbieten und der Doc nennt unseren Nachwuchs bis jetzt ein „Vorzeigebaby“.

Aber zurück zum Thema. Das Training bei Maria war toll, fordernd und trotz der späten Abendstunden echt immer ein Fixpunkt auf den ich mich allwöchentlich gefreut hab… (Vl. magst du ja eine DVD machen, zum daheim-leichter-weitermachen, Maria :D?). Zum Abschluss haben wir immer noch fleißig gedehnt und dann das Einzige gemacht, mit dem ich echt gar nix anfangen konnte: Die Reise zum Baby :) Wir sollten es uns bequem machen und mit unserem Baby in Kontakt treten. Ich weiß nicht woran es gelegen hat… vielleicht, weil ich zum Entspannen wirklich absolute Ruhe brauche und Maria doch im Hintergrund gesprochen hat und „die Reise zum Baby“ verbal dargestellt hat, vielleicht daran, dass mir für sowas einfach die Phantasie oder die rosa Wolke fehlt und vielleicht daran, dass ich ihn noch nicht spüren konnte und es auch dadurch für mich einfach unsinnig erschien.

Ich lag da meist da, die Hände auf meinem Bauchspeck-Bauch, denn als wirklichen Babybauch konnte ich ihn so ganz ohne Meldung von drinnen nicht wirklich wahrnehmen, um sozusagen „den Schein zu wahren“. Und dann hab ich meistens überlegt, was ich am nächsten Tag zu Mittag koche, welchen Blogartikel ich demnächst schreiben könnte oder was daheim noch alles zu erledigen ist. Man könnte jetzt sagen, „Na wenigstens keine vergeudete Zeit!“… aber: ihr erinnert euch an meine Schwangerschaftsdemenz? War ja schön, dass ich mir das alles überlegen konnte. Beim Aufstehen wars schon wieder vergessen. Wie so ein kleiner Alzheimer-Patient. Manchmal konnte ich aber nicht mal so weit abschalten um meine imaginäre ToDo Liste zu schreiben… dann habe ich zugehört und mich mal wieder „WTF? Meinem Baby noch eine schöne Zeit in meinem Bauch wünschen?“ gefragt.

Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich wohl nicht so der Eso-Typ bin – wie sich dann auch im Schwangerschaftsyoga gezeigt hat.

Zusammengefasst bin ich trotzdem sehr glücklich meinen Schwangerschaftsgymnastik-Kurs bei Maria gemacht zu haben (sie kennt inzwischen auch meine Einstellung zur Reise zum Baby :D) und freue mich schon darauf auch einen Rückbildungskurs bei ihr zu machen. Mir wurde bei den wöchentlichen Trainings viel „Angst“ genommen, ich habe ganz nebenbei ein besseres Gefühl für meinen doch „neuen“ Körper bekommen und auch meine Zunahme hat sich mit der Zeit eingpendelt. Ja, das muss nicht unbedingt was mit dem Sport zu tun haben… dass ich allerdings nicht nur auf der Couch rumgesessen bin beruhigt mich aber jetzt schon sehr, zumal ich immer unmobiler und auch unmotivierter werde :D

Wie sich dieses „unmobil werden“, gemeinsam mit meiner eher „unesoterischen“ Persönlichkeit beim Schwangerschaftsyoga gemacht hat, darüber könnt ihr das nächste Mal lachen… es würde nämlich den heutigen Rahmen definitiv sprengen  :D

xoxo
Mitzia

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