Schwangerschaftsyoga | Das ultimative Wal-Feeling!

Schwangerschaftsyoga | Das ultimative Wal-Feeling!

Letzte Woche hab ich euch ja schon mal erklärt, warum mir das mit dem Sport in der Schwangerschaft so wichtig war, wie ich dazu kam mit Schwangerschaftsgymnastik zu beginnen und wie mir das gefallen hat. Wenn man an Sport in der Schwangerschaft denkt, denkt man allerdings zuerst an Schwangerschaftsyoga. Zumindest hier bei uns am Land… Bis vor kurzem war das nämlich wohl auch alles was angeboten wurde und die anderen Mamas haben mir das also ans Herz gelegt.

Vorweggenommen: Schwangerschaftsyoga ist nett. Aber nicht meins.

Wie erwähnt, habe ich zuhause auch schon Yoga gemacht und das echt immer toll gefunden… Es hat mir und vor allem meiner Haltung gut getan… es war tatsächlich SPORT und ich hab mir da regelmäßig einen abgeschwitzt. In etwa so hab ich mir das fürs Schwangerschaftsyoga auch vorgestellt. Aber weit gefehlt ^^.

Wenn ich mich dabei wenigstens hätte entspannen können, dann wäre ja schon viel gewonnen… aber meistens hab ich mich nur gefragt, was das jetzt werden soll. Ihr erinnert euch, an meinen „WTF“-Moment die „Reise zum Baby“ betreffend bei der Schwangerschaftsgymnastik? Das war ein Moment. Yoga beschert mir davon wöchentlich MINDESTENS zwei und das beginnt gleich mal zu Anfang.

Aber fangen wir von Anfang an.

Der erste Schlag hat mich getroffen, als ich von meiner entzückenden, kleinen Gymnastiktruppe zu Dritt in einen Raum mit etwa 20 Frauen gekommen bin. Alle mit dickem Bauch. Sicher auch alle ganz lieb aber dieses Gegacker, das war mir einfach zu viel. Ich grüße also seit der ersten Stunde freundlich alle beim Eintreffen und verzieh mich dann mit meiner Yogamatte in die möglichst hinterste Ecke um ja nicht ins Gespräch zu kommen. Ja, ich weiß, ich bin asozial. Aber, wer care’n’stroll verfolgt, der weiß, ich bin nicht eine von denen, die das Gefühl hat, sie müsste sich jetzt mit jeder Schwangeren anfreunden die sie sieht, nur weil man ja was gemeinsam hat. Sorry…aber voll nicht meins. Hey, eine war dabei, die hab ich echt nett gefunden… für sie ist es aber leider nach 3 oder 4 Stunden zu viel geworden, sie war doch schon etwas weiter…und wieder mit jemand neuen anzubandeln… nö danke, ich kenn einige Mamas und die reichen mir eigentlich.

Schwangerschaftsyoga Erfahrung
Foto: THOMAS NORTHCUT / GETTY IMAGES

Der Yogakurs steckt voller Mitzia-WTF-Momente.

Da sitz ich dann also auf meiner dünnen Matte und warte darauf, dass es los geht… und los gehen tut es mit dem WTF Moment #1. Wir setzen uns „entspannt“ in Yogaposition (voll entspannt mit Ischias Au und eh schon 10 min gesessen weil iiiimmmmer irgendwer zu spät ist und länger als 3 min in einer Position verweilen eh voll der Horror). Tief einatmen. Seufzend ausatmen. Habt ihr schon mal 19 Frauen in einem Raum gleichzeitig laut seufzend ausatmen gehört? 19, weil ich kann mich dazu einfach ned überwinden! Ich hätte beim ersten mal fast laut losgeprustet. Fast. Bin noch immer stolz auf meine Selbstbeherrschung.

Wir setzen gleich anschließend eins drauf. WTF Moment #2: Wir tönen. In einem Lieblingsvokal. Sprich, tief einatmen und laaaaange, einen Vokal „vertonend“, ausatmen. Also, 19 Damen, von denen sich der Großteil das „a“ ausgesucht hat, tönen los: „Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa…aaah“, „Eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee…eeh“… usw. Ich frag mich grad, was sie wohl sagen würden wenn ich „Muuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuh“ dazwischentönen würde?

Also es ist jetzt nicht so, dass sie das aus Spaß machen. Diese Atmung soll bei der Geburt helfen. So Schmerzen wegatmen und so…. aber ich kann mir das einfach nicht vorstellen… Sorry, aber wenn ich da an kleinen Menschen aus mir rauszwick, werd ich wohl eher sowas wie „Scheeeeeeeeeeißßßßeeeee!“ tönen. Das hilft mir sicher mehr. Aber wer weiß. Ich seh mich schon, da im Kreißsaal… aus den anderen beiden Kreißsälen tönen die Damen, bei mir wird geflucht, und wenn ich darf AC/DC gehört. Hihi…das muss ich demnächst noch fragen, ob ich mir Musik einpacken darf ^^ Die sind sicher mehr so „Walgesänge“ (passend zum Tönen und Körpergefühl) gewohnt…

Sei dahingestellt ob es was bringt, wenn es jemandem gut tut, bitte, ich wäre die letzte die sich da einmischt. Aber Bauchweh, Kopfweh, Kreuzweh konnte ich bisher auch ned wegatmen. Ich wage es zu bezweifeln, dass es mir bei den Wehen hilft.

Atmung im Yoga ist an sich so ein WTF Moment #3. Da hab ich aber ein paar Stunden gebraucht um das rauszufinden. Bereits von Anfang an wurde mir jegliche Entspannung oder Konzentration zu Beginn der Stunde eigentlich schon verwehrt, weil da aus irgendeiner Ecke immer so Geräusche gekommen sind. Wie wenn du grad am loslassen bist und plötzlich beginnt dein Mann gaaaanz leise neben dir loszuschnarchen. Beim ersten Mal hab ich mir noch eingeredet, die arme, die so atmet ist verkühlt. Beim zweiten Mal war ich schon leicht angenervt. Beim dritten Mal hätt ich am liebsten vor lauter Genervt-Sein alles hingeschmissen und beim 4ten Mal hab ich gemerkt, das ist entweder die Yogalehrerin selbst (aber die hat währenddessen oft gesprochen, also eher ned) ODER die eine voll motivierte Mitturnerin die einfach ganz brav und vorbildlich die Yoga-Atmung betreibt. Da wird nämlich offenbar so schnarchend ausgeatmet. Echt jetzt??? Ich dachte Yoga soll entspannen??

Haben wir genug „Atmen geübt“ geht es weiter mit den tatsächlichen Yogaübungen.

Leider alle eher Dehnübungen. Ins Schwitzen komm ich gar nicht. Zum innerlich fluchen häufiger. Ist ja schön, dass die (?) Yogi ein wandelnder Gummibaum ist, aber einen Spagat konnte ich vorher schon nicht und mich im Spagat MIT dem Bauch den ich da vor mir herschleppe nach vorne zu beugen geht halt auch nur bis zu einem bestimmten Grad. Egal wie viel ich „dorthin und den Schmerz wegatme“. (Beim Pilates hab ich ein bisschen geschmunzelt, wenn sich Maria einen Polster zum „nachvollziehen“ reingesteckt hat…aber das war eine gute Idee).

Und es wird von Mal zu Mal anstrengender diesen Bauch bei den verschiedenen Positionen „bequem“ irgendwo unterzubringen. Bauch ist übrigens auch das Stichwort zum WTF-Moment #4. Es tut mir leid, aber ich finde nackte Babybäuche jetzt nicht so spannend und toll wie irgendwie allgemein erwartet wird. Nicht mal meinen. Aber ich tät sowieso, auch unschwanger, auszucken, wenn mir bei jeder Bewegung Bauch oder Kreuz aushängt. Nun, das sehen einige meiner Mitturnerinnen (v.a. die jüngeren) nicht so.

Wie ich das mit den Outfits halte und wie toll ich diese Bauchbänder finde, hab ich euch zu Beginn der Serie ja schon mal verklickert. Die Teile kosten echt nix und dafür kann man seine alten Sachen damit „verlängern“, muss nix neues kaufen und kann seinen Bauch trotzdem anziehen. Nein, jeden Dienstag muss ich mir 1-3 halbnackte, fremde Babybäuche ansehen… ja, ich könnte die Augen zumachen… sollte ich beim Yoga vermutlich öfter auch mal. Geht aber leider nicht immer, wenn man so unentspannt ist wie ich.

(Überhaupt, kann mir das jemand erklären? Wisst ihr wie lange man nach Stockfotos mit Babybäuchen suchen muss um welche mit ANGEZOGENEN Bäuchen zu finden??????)

Foto: accessible-yoga.at/

Abschließend wird entspannt… und die „Reise zum Baby“ erscheint plötzlich doch sehr erstrebenswert.

Haben wir also unsere dicken Bäuche und unsere Stampfer, die ehemals Beine waren, in genügend Positionen verrenkt, dürfen wir uns zur Belohnung auch beim Schwangerschaftsyoga zum Abschluss entspannen. Wir machens uns bequem auf unserer Yogamatte, stopfen uns eine Decke unter den Kopf, eine unter den Bauch, wenn wir auf der Seite liegen und schließen die Augen. Die Trainerin schaltet das Licht ab und dann wird entspannt. Auf Kommando. Mit Untertiteln… und die sind echt ned ohne. Hat Maria mich noch angehalten, meinem Baby noch eine schöne Zeit in meinem Bauch zu wünschen, gehts beim Yoga echt ab. Beim ersten Mal ist mir ganz instinktiv der Kiefer runtergeklappt.

Einblick gefällig? Macht die Augen zu und versetzt euch in meinen WTF Moment #5: Wir sind soooo entspannt und soooo glücklich und sooooo voller positiver Energie, dass uns eine rosafarbene Kugel aus positiver Energie umgibt und nichts an uns rankommt. Das macht auch unsere Organe sooooo glücklich und weil wir so glücklich sind, beginnt plötzlich ein Organ zu lächeln. Das Organ lächelt das Nachbarorgan an, und das nächste, und das nächste… bis schlussendlich alle Organe, inklusive unserer Gebärmutter lächeln. Und all diese Organe lächeln dann unser Baby an. Dann schicken wir auch noch all unsere liebevolle Aufmerksamkeit zu unserem Baby… Gut, dann kann ja nix mehr schiefgehen.

Mein Fazit zum Schwangerschaftsyoga kurzgefasst: Wems hilft ;)

Nein, ehrlich jetzt. Ich bin da halt nicht der Typ dazu… Leider hab ich damit auch die Lust darauf verloren, normales Yoga mal unter Anleitung zu machen, weil ich befürchte, dass das immer so abläuft. Daheim allein redt mir niemand was ein und geschnarcht wird nur abends vom Hasen.

Ich bin allerdings wirklich darauf gespannt, ob ich dann bei der Geburt nicht doch darauf zurückkomme und nicht zumindest versuche „den Schmerz wegzuatmen“. Die Hebamme letztens bei der Kreißsaal-Führung hat noch gemeint, Hemmungen würden beim Eingang abgegeben und was das Lärmen angeht, hat sie festgestellt, dass die Frauen von alleine meist locker lassen, wenn sie die Nachbarn hören. Ich bin neugierig, ob ich den Anti-Hemmungs-Knopf noch find und ob ich dann nicht gach eher darum bitte, dass vielleicht jemand diese Walgesänge aus dem Nebenzimmer abstellt.

So… Für 2015 wars das jetzt mal mit Schwangerschaftsupdates…

vor Weihnachten bekommt ihr noch ein veganes Kekserlrezept von mir. Zwischen Weihnachten und Neujahr mache ich selbst Pause (vermutlich sogar bis in die zweite Jännerwoche) habe aber einen tollen Gastbeitrag für euch. Ein lieber Freund hat für euch ein fischiges Rezept komponiert – mit Weinempfehlung, denn davon versteht er was. Dieses Rezept kommt dann nach den Weihnachtsfeiertagen und vor Silvester (würde sich nämlich auch gut statt Raclette oder Fondue machen ;)).

 xoxo
Mitzia

… uuuund eine Frage hab ich doch noch für euch (ich geb nicht auf in Sachen Call-To-Action): möchtet ihr einen Jahresrückblick lesen? Wenn ja, soll der noch 2015 erscheinen oder seid ihr da eh selbst im Kekserl- und Punschdelirium (Neid) und erst 2016 wieder aufnahmefähig? Lasst es mich doch hier per Kommentar oder auch via Facebook (s.u.) wissen (möglichst nicht erst am 31.12. :D)

Conny von Moment in a Jelly Jar war so klug und fragt ihre Leser, ob diese Lust auf einen Jahresrückblick auf dem Blog…

Posted by cooknroll.at on Freitag, 18. Dezember 2015

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Ein Kommentar

  1. Yoga ist nichts für mich…egal ob schwanger (das bin ich eh nicht) oder unschwanger. Da langweile ich mich zu Tode…und wenn da noch so ein Gequatsche kommt dann steh ich auf und gehe…oder verdrehe die Augen und fange an zu lachen :)

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