Wie man mit seinem Blog Geld verdient…

Wie man mit seinem Blog Geld verdient…

… oder auch nicht.

Vielleicht ist es euch ja schon aufgefallen… seit einiger Zeit gibt es in meiner Sidebar einen Platz für Werbebanner… einen Platz für das Amazon-Partnerprogramm und seit dieser Woche auch einen „Spenden“-Button. Früher hatte ich sogar Ad-Free Buttons auf dem Blog, warum also jetzt alles anders??

Nach wie vor lege ich viel Wert auf Transparenz – deswegen ist es mir ein Bedürfnis euch zu erklären, warum ich mich dazu entschlossen habe, Werbung auf cooknroll.at zuzulassen.

Das Leben auf Blogs ist schön. Wenn nicht grad eine Mitzia daherkommt, die hie und da mal Klartext spricht oder ein bisserl sudert, dann ist es bunt, aufregend, voller gutem Essen und Trinken und netter Leute. Die Job Description an sich liest sich ja klasse und ich blogge sehr gerne und lege viel Herzblut in meine Rezepte, Fotos, Artikel und den Blog im Allgemeinen. Nur leider lässt es sich von Herzblut, Luft und Liebe alleine nicht so gut leben.

Lebenssituation an sich
Der aufmerksame Leser hat schon mitbekommen, dass wir nicht nur ein Baby erwarten, nein, ich bin währenddessen auch arbeitslos, werde aber nicht vermittelt (Nur zur Erinnerung: Finanziell macht es keinen Unterschied zu meinem vorigen Job, ich bin also nicht einfach faul oder so!). Wir knabbern jetzt nicht am Hungertuch, aber von knapp 850€ monatlich zu leben ist trotzdem kein Spaß… das geht im Grunde komplett für Fixkosten drauf… Wobei nun einige größere Anschaffungen auch anstehen… Aber ich bin jetzt auch nicht der Typ Mensch, der sich gerne zurücklehnt und sagt „Mann, ich will, du zahle“. Und MEIN Blog zählt definitiv zu den Sachen, von denen ich eigentlich nicht möchte, dass sie mir mein Mann sponsern muss.

Der Blog
Im Laufe des letzten Jahres habe ich verhältnismäßig viel Geld für mein „Hobby“ ausgegeben… ein Hobby, von dem eigentlich nix wieder reinkommt. Ich bin umgezogen auf eine eigene Domain – der Webspace kostet laufend; ich habe in ein neues Design investiert (wir sind noch immer nicht da, wo ich gerne hinmöchte :) das hab ich von meiner Pingeligkeit) und auch die Hardware wie technisches Equipment, Wartung und Instandhaltung dieser (darf ich euch an die defekte Grafikkarte erinnern ;)) oder auch Bildhintergründe und -props und natürlich die Zutaten gehen ins Geld (vom Platz ganz zu Schweigen :D).

Grundsätzlich investiere ich aber nicht nur Geld sondern auch sehr viel Zeit in jeden Artikel. Für Kochen&Rezeptentwicklung, Fotografieren, Bildbearbeitung und das Schreiben der Artikel an sich gehen gut und gerne bis zu 5 Stunden drauf. Hinzu kommt die Promotion in diversen Social Media Kanälen. Zeit die ich gerne investiere – kein Thema – nur sieht das kaum jemand.

Das ist übrigens mein Arbeitsplatz... schön schnell mit dem Handy aufgenommen :) Merkt man meine Vorliebe für Brauntöne?
Das ist übrigens mein Arbeitsplatz… schön schnell mit dem Handy aufgenommen :) Merkt man meine Vorliebe für Brauntöne?

Gerade in dieser Hinsicht ist es frustrierend, wenn dich Firmen kontaktieren, weil sie dich gerne als Werbemedium nutzen möchten, selbst aber nichts leisten möchten. Werbung, liebe Firmen, kostet nun mal und meine Zeit auch. Nicht, dass ihr mich falsch versteht – ich habe bis jetzt tatsächlich noch keinen einzigen Kooperations-Artikel geschrieben, für den ich tatsächlich bezahlt wurde. Wenn bspw. die Produkte selbst schon sehr hochwertig sind, mir Produkte für Gewinnspiele für euch zur Verfügung gestellt wurden oder ICH selbst auf die Firmen zugegangen bin, dann bin ich nicht so vermessen, da auch noch Geld dafür zu verlangen. Ebenso ist für mich nach wie vor Voraussetzung, dass ich das Produkt oder die Leistung selbst testen konnte und ich mir selbst ein Bild machen konnte, denn blinde Lobeshymnen sind nicht mein Ding. Nur weil also „Sponsored“ unter einem Artikel steht, heißt das weder, dass ich dafür Geld erhalten habe noch, dass ich von dem Unternehmen „gekauft“ wurde. Wenn ich etwas sch* finde, sage ich lieber gar nichts darüber als meine Leser zu belügen, denn das Wichtigste ist, dass ihr mir nach wie vor vertrauen könnt! (Habe letzte Woche erst ein Danke für eine Küchenmaschinenempfehlung erhalten die ich vor einem Jahr gegeben habe, da die Leserin nach wie vor happy ist…sowas hört Frau gerne!).

Das Vertrauen ist das Zauberwort. Meine Leser vertrauen meiner Meinung und genau deswegen ist eine Werbung über meinen Blog ehrlicher und spricht die Einzelperson zehn mal eher an als das Plakat an der Ecke.

Manchmal muss man sich auch einfach dezent verarscht fühlen.

Wenn dann so Sachen passieren wie letzte Woche, wo man mir Ware im Wert von 5 € schicken wollte, gerne einen Artikel und ein Rezept darüber gehabt hätte und dann auf mein Angebot hin meint: „Wir dachten, das wäre für uns mit keinerlei Kosten mehr verbunden“… Nun. Sorry, aber nein. Ganz ehrlich muss ich zugeben, dass ich mich da sogar ziemlich verarscht gefühlt habe, da es auch noch um Gewürze ging… und was Gewürze angeht, meine ich mich doch etwas auszukennen und zweitens habe ich jetzt nicht gerade einen Mangel an hochwertigen Gewürzen.

BTW. bei meinem Gewürzdealer des Vertrauens erhalte ich auch nur einen Rabatt und nix geschenkt… da promote ich aus absoluter Überzeugung.

Es gibt aber auch Firmen, die kontaktieren dich bezüglich eines Artikels und bieten dir auch Entlohnung dafür an. Juhu. Leider haben sie sich nicht die Mühe gemacht, deinen Blog und die Themen die du so ansprichst auch nur 2 Sekunden anzusehen. Wer genau von meinen Lesern wäre denn an einem Artikel über ein Fernstudium in Mathematik interessiert?

Bis ich aber hie und da vielleicht mit dem ein oder anderen Artikel etwas Geld mache, heißt es noch geduldig sein..

Ich plane nicht (zumindest nicht kurzfristig), damit reich zu werden… es wäre allerdings schön, wenn ich irgendwann meine Ausgaben egalisieren könnte, ohne meinen Hasen anzuraunzen. Daher werde ich abwarten und weiter mein Bestes geben bis…

a) die Firmen bereiter sind, zu sehen, dass Blogger im Grunde das Medium der Zukunft sind

b) selbige bereit sind, dich für deinen Aufwand entsprechend finanziell zu entschädigen und

c) ich noch mehr Leser hab (Wink mit dem Betonpfeiler ;) …Sharing is Caring) was das Ganze natürlich auch für die potentiellen Kooperationspartner attraktiver macht UND die Firmen übersehen lässt, dass da draußen zig andere Blogger gibt, die dir das gratis machen. Ja. Hab ich früher auch… aber heute bin ich nicht mehr sooo klein und herschenken oder Preisdumping wäre Kollegen gegenüber unfair.

d) ich hab sicher was vergessen. Das ist die Schwangerschaftsdemenz.

Aus diesen Gründen habe ich beschlossen, auf Cook’N’Roll auch ein bisschen andere Möglichkeiten der Monetarisierung auszuprobieren.

So zum Beispiel der Werbebanner in der Sidebar, bei dem ich für einen Klick auch mal ein paar Cent bekomme. Ich versuche hier möglichst passende Kampagnen für euch auszusuchen, damit der Blog nicht einfach mit Werbung zugespammt wird. Ein Banner für Männerschuhe bspw. wäre irgendwie unpassend hier, oder? Trotzdem: ein Klick kostet maximal Zeit und wen es nicht interessiert, der kann es ganz einfach ignorieren.

Außerdem bin ich seit neuestem Amazon Affiliate Partner. Auch dazu findet ihr einen Banner in der Sidebar… das Partnerprogramm von Amazon ist toll: Wenn ihr jetzt bspw. etwas auf Amazon bestellen möchtet und ihr steigt ÜBER meinen Affiliate Banner auf Amazon ein bekomme ich eine kleine Provision auf euren Einkauf. Die Produkte werden dadurch für euch nicht teurer! Still: wer nicht mag, muss nicht.

Und für alle, die mir einfach so was Gutes tun möchten gibt es jetzt auch einen „Spenden“-Button. Ich habe lange überlegt, ob das nicht ein bisschen suderant ist… aber, wem es nicht passt, der kann auch das eh ganz leicht ignorieren. Über diesen Button kann man mir via Paypal ein paar Cents oder ganze Milliarden Ermunterung (wer weiß schon so genau, wer zu meinen Lesern zählt ;)) zukommen lassen.

Cook’N’Roll ist und bleibt für euch, liebe Leser, gratis und ich werde den Blog auch nicht einstampfen wenn ich nicht ein bisserl was dran verdiene.

Aber probieren kann man es ja, ne? Es probieren ohne euch meine Beweggründe darzulegen allerdings, …das wollte ich auch nicht.

Zum Abschluss würde ich euch jetzt eigentlich gerne eine Frage stellen, damit ihr mir im Kommentar ruhig auch die Meinung pfeift… aber ich sitze jetzt schon 2h hier dran um die richtigen Formulierungen zu finden… und irgendwie will der Kopf jetzt nimmer die genau richtige Frage finden :D

Also… ganz was anderes: Wir haben ein langes Wochenende vor uns! Was habt ihr Hübschen vor? (Themenwechsel war schon immer meine Spezialität)

xoxo
Mitzia

PS: Am Dienstag gibt es wieder ein Rezept… aber nicht bei mir, sondern im Adventskalender von Yushka ;) Den Teaser und Link zum Rezept gibt es natürlich ab 8.30 Uhr auf cooknroll.at!

PPS: Habt ihr schon gesehen? Nicht nur Yushka’s Adventskalender sondern viele andere und ein paar Gewinnspiele findet ihr in meiner Online-Adventskalender-Sammlung 2015>> (Ganz motivierte Leser könnten am langen Wochenende hier gaaanz viel Zeit investieren ;))

Print Friendly, PDF & Email
Nächster Artikel
Voriger Artikel

6 Kommentare

  1. Ich verstehe nicht, wieso man sich immer „rechtfertigen muss“ (auch wenn du das jetzt nicht machst), dass man mal Werbung einschaltet oder dass man eine Kooperation mit der Firma X oder Y eingeht. Blogger ist ein Hobby, ja, aber wie in jedes Hobby steckt dahinter viel Zeit und Arbeit. Würde man dieses Hobby im Verborgenen machen, dann wäre es finanziell einfacher. Dann müsste man nicht immer wieder in neues Geschirr, Props, Untergründe (auch wenn die vom Flohmarkt sind) usw. investieren. Aber man tut es, denn man möchte dem Leser auch was schönes präsentieren. Und das geht natürlich ins Geld. Also sehe ich es nicht als falsch, wenn man will, dass man einen Teil der Ausgaben wieder einbringt. Leider ist es das immer durch Werbung möglich. Und ich finde es nicht schlecht…so lange es sich im Grenzen hält. Wenn ich jetzt nur sponsored Post lesen würde, dann bin ich mir nicht sicher wie ich darüber denken würde. Sicherlich wird dann irgendwann die Frage kommen: ist der Blogbetreiber jetzt wirklich ehrlich, oder empfehlt er die Produkte weil er sie wirklich toll findet (vor allem wenn er heute Produkt A, morgen Produkt B und übermorgen Produkt C anhimmelt….wobei es sich um denselben Produkt aber von verschiedenen Marken handelt).
    Wir sind jetzt schon länger im Business, und wir wissen welche Kooperationspartner wir uns aussuchen sollen. Und wir schalten auch manchmal gratis Werbung ein, weil wir das Produkt so toll finden oder weil wir damit eine humanitäre Aktion unterstützen können. Oder um ein Start-Up zu unterstützen. Aber ich empfinde es auch als eine Frechheit wenn Firmen einem anschreiben und erwarten, dass man für eine Gratisprobe ein Artikel schreibt, das Produkt/ Unternehmen überall (Social Media) promotet. Am Anfang habe ich das auch gemacht, da war ich aber am Anfang und wusste nicht wie das so geht. Für etwas gutes immer wieder gerne, für ein Müsliriegel nicht. Und auch wenn man mir Geld anbieten würde, würde ich nie über etwas schreiben, von dem ich nicht überzeugt bin.
    So…wieder sehr viel Geschrieben…in einem Satz…mach dir keine Gedanken…wer dich gerne liest, weißt schon, dass du deine Meinung hier sagst und nur weil du Werbung geschaltet hast, dich nicht verkaufst :)

    • Dem kann ich nichts mehr hinzufügen, ich stimme dir da total zu! :)

      @Mitzia – ich finde es aber schon gut und richtig, dass du das einfach mal zum Thema gemacht hast.

      Liebe Grüße
      Angie

  2. Du hast mit allem recht, was du sagst. Ich unterstütz dich – und meinen nächsten Amazoneinkauf werd ich über deinen Link erledigen. Es müssen eh bald wieder Comics und Schulbücher angeschafft werden ;)

    Liebe Grüße
    Nadja

    P.S.: Langes Wochenende – Party, schlafen, korrigieren, Mittwoch :)

    • Dankeschön, Nadja ;)

      ich wünsche dir ein schönes Wochenende und hoffe, dass nicht zu viel Zeit fürs Korrigieren draufgeht… mach bissi Party mit für mich (das fehlt mir schon etwas :D)

      LG

  3. Hallo Mitzia,
    ich finde es toll, dass du so ehrlich und offen mit der Materie umgehst – vor allem, da Werbung und Kooperationen nach wie vor ein heiß diskutiertes Thema sind. Ich sehe das allerdings genauso wie du: Wenn ich so viel Liebe, Herzblut, Zeit und Geld in ein Projekt investiere, von dem auch andere einen absoluten Mehrwert haben, dann darf ich auch ein paar Euro damit verdienen. Das ist aus meiner Perspektive vollkommen gerechtfertigt. Und vor allem in deiner derzeitigen Situation mehr als verständlich.

    Und du hast recht: Vertrauen ist das Zauberwort. Und das wird nun wirklich nicht durch kluge und ehrliche Werbung untergraben – im Gegenteil: Ich bin sogar richtig froh, wenn ich Empfehlungen und ernst gemeinte Tests von anderen Blogger*innen finde, die mir meine eigenen Kaufentscheidungen erleichtern. Das hat ebenfalls Mehrwertcharakter.

    Ich wünsche dir daher weiterhin viel Erfolg – mit der Werbung und dem Baby und dem Leben im Allgemeinen. :)

    Liebe Grüße!
    Jenni

    • Liebe Jenni,

      Vielen lieben Dank für dein Feedback! Hie und da mal in seinem Handeln und seiner Meinung bestätigt zu werden tut sooo gut!

      Alles Liebe
      Mitzia

Kommentar verfassen